08 VAN DER GRINTEN GALERIE

AKTUELL

Elger Esser: Le Havre II, 2019, direct print on silver coated copper plate, shellac, framed, 33 x 43 x 4cm, Ed. 3 (+1AP)

AKTUELL

Photography

Elger Esser

Eröffnung: 31. Oktobber 12 – 18h

Ausstellung: 31. Oktober 2020 – 16. Januar 2021

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

 

VAN DER GRINTEN GALERIE
Gertrudenstr. 29, 1. Stock
50667 Köln

+49-221-29 85 91 75
art@vandergrintengalerie.com
www.vandergrintengalerie.com

 

Elger Esser

Als Gustave Le Gray (1820-1884) um ca. 1850 mit seinen Fotografien die ersten Erfolge erfuhr, war dieses Medium eine noch sehr junge Abbildungstechnik - im Jahr 1826 hatte Nicéphore Niepce auf einer beschichteten Kupferplatte die erste lichtempfindliche Aufnahme der Bildgeschichte geschaffen. Diese neue, vielversprechende Möglichkeit, die Welt in ihrer Wirklichkeit und in allen Erscheinungsformen aufzunehmen und genau abzubilden hatte allerdings ein gewaltiges Manko in sich: Das Fehler der Farben. Das aber ermöglichte andererseits dem Betrachter den Eintritt in eine neue Dimension der Abstraktion durch die Fähigkeit, die umgebende Welt ohne ihre Farbigkeit wahrzunehmen und zu verstehen. Denn dort bestand sie ja nur aus grauen Werten. Die Nachkolorierung wurde sehr schnell als Ergänzung verwendet aber auch das, was man bei den Landschaften von Le Gray feststellen kann: Mit den von ihm genutzten technischen Möglichkeiten versuchte er, die überwältigenden, von und in der Natur vorgegebenen Farben nachfühlbar, ja sichtbar zu machen.

Le Gray, der sicherlich der bedeutendste Landschaftsfotograf des Second Empire ist, hatte eigentlich Malerei studiert. Er hörte auch nie auf, sich als Künstler zu verstehen. Ihm ging es nicht um die getreue Abbildung der Welt durch die Fotografie, sondern um die Wiedergabe eines Gefühls für diese Welt. Sein unglaubliches Gespür für Bildaufbau findet sich in seinen „Marines" (Seelandschaften) am deutlichsten wieder, die als künstlerisch durchdachte Zusammensetzungen von zwei separat voneinander belichteten Negativen - eins für den Himmel und eins für das Meer - überwältigende Kompositionen aus Linien, Licht, Kontrasten, aus ruhigen und dynamischen Flächen sind.

Anders als bei Le Gray ist Elger Esser ein Fotograf, der zum Maler geworden ist. Aber wie bei Le Gray und vielen Pionieren des XIX. und XX. Jahrhunderts ist der 1967 geborene Esser stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, sein künstlerisches Feld zu erweitern. Dies geschieht bei ihm unter anderem in der ständigen Beschäftigung mit der vorangegangen Bildgeschichte, ob in der Fotografie oder in der Malerei, und, indem er sich mit den Meistern der Literatur des XIX. Jahrhunderts, der ersten wahren Moderne also, in Beziehung setzt: Proust, Flaubert, Huysmans, Maupassant, Corot, die Barbizon Schule, Monet, Le Gray sind Referenzen, die ihn unaufhörlich anregen. In seinem seit Mitte der 90er Jahre entstehenden Werkkorpus aus Landschaften überführt Esser das Gesehene ineine zeitliche und imaginäre Dimension, die der Gegenwart bewusst, jedoch zugleich enthoben ist. Seine persönliche Biografie, die ihn mit Frankreich und Italien verbindet, sein breites Wissen um die Kunstgeschichte und seine ständige Reflexion um das Entstehen eines Bildes ermöglichen Esser eine einzigartige Position in der künstlerischen Gegenwartsfotografie zu besetzen.

Elger Esser’s Hommage an Le Gray hat er eigens für die aktuelle Ausstellung seiner jüngsten Seelandschaften in der Van der Grinten Galerie konzipiert. In einer immer noch weiter herausgenommenen Farbigkeit bildet Esser keine bestimmte Landschaft mehr ab: Es geht ihm um das Bild einer Idee von Landschaft. In ihren subtilen Nuancen von Tonwerten und im Spiel mit dem metallischen Klang des Untergrunds transportieren seine jüngsten, auf versilberten Kupferplatten gebrachten Aufnahmen diesen abstrakten Gedanken weiter. Seine Bilder sind nicht narrativ im Sinne, dass sie eine Geschichte erzählen, sondern sie beschreiben eine Geschichte: die der Essenz der Dinge, die uns mit der Zeit vor und nach unserer Zeit verbindet und die wie ein Echo im tiefen Inneren anrührt.

Eröffnung: 31. Oktobber 12 – 18h

Ausstellung: 31. Oktober 2020 – 16. Januar 2021

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

VAN DER GRINTEN GALERIE
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ARCHIV

Michael Ackermann

ARCHIV

Photography

Michael Ackerman

Preview: 4. September 18 – 21h

Eröffnung: 5. September 12 – 18h

Ausstellung: 5. September – 24. Oktober 2020

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

 

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Photography

Der 1967 in Israel geborene Michael Ackerman kam mit seiner Familie 1974 nach New York. Mit kaum 18 Jahren entdeckte er die Fotografie als persönliche Ausdrucksform und ging im wahrsten Sinne des Wortes in ihr auf. Er selbst sagt dazu: „Als ich die Fotografie für mich entdeckte, schien es, als hätte ich endlich eine Stimme bekommen.“ Er brach das College ab und widmet sich seitdem in absoluter Konsequenz seiner Arbeit, die ihn zunächst die Straßen von New York erkunden ließ, die nicht nur soziale Spannungen prägten sondern auch existentieller individueller Ausdruck. Dieser Ausdruck begann Ackerman vor allem bei Menschen, deren Leben durch religiöse oder traditionelle Identität geprägt sind, und im Nachtleben zu faszinieren, wo Fremdartigkeit und Geheimnis der „ordentlichen“ Realität entzogen sind. Darin webt sich Ackermans Empfindung für Zeit und Zeitlosigkeit, für seine eigene Herkunft und die geschichtliche Aufladung von Orten. 

Jenseits der Suche nach „der Geschichte“, die Ackerman als klassischen Fotojournalisten hätte ausweisen können, brachte seine Arbeitsweise den ansonsten eher schüchternen Fotografen in die direkte Konfrontation mit der inneren Unruhe, die die Reibung zwischen Zurückhaltung und ungezügelter Neugierde erzeugt und dadurch vielleicht auch in der Lage ist, Intimität und Distanz auszugleichen, um mit dem Gesehenen verbunden zu sein. 

1992 beginnt Ackerman eine Weltreise, die ihn von Manila zunächst nach Kalkutta führt und von dort nach Varanasi, der heiligsten Stadt des Hinduismus, auf deren terrassenartigen Uferanlagen des Ganges nebeneinander sowohl tausende rituelle Bäder wie Verbrennungen stattfinden. Bis 1997 und nach zahlreichen Reisen ist die Arbeit an „End Time City“ abgeschlossen, die zwei Jahre später bei Delpire in Paris publiziert wird und im gleichen Jahr den begehrten Prix Nadar erhält. Sein vollkommen unakademischer Gebrauch der Fotokamera unter bewußter Hinzunahme von Belichtungsfehlern, Überblendung, Unschärfe und Bewegung, um letztlich die Kühle und Starre der Technik zugunsten des ungehinderten Ausdrucks des Bildes völlig zu überwinden, bringt ihm höchste Anerkennung ein. Er gilt als einer der einflussreichsten Fotografen für jüngere Generationen.

Betrachtet man seine Bilder, ist es unmöglich, sich ihrer unglaublichen Intensität zu entziehen. Unsere Ausstellung zeigt neben früheren Arbeiten aus Indien, New York und Osteuropa auch die jüngsten Fotografien und Assemblagen, die Michael Ackerman auf dem Jüdischen Friedhof in Warschau aufgenommen hat. Er hat auf der ganzen Welt den existentiellen Ausdruck des Menschen gesucht und ihn auch am Ort der Herkunft seiner eigenen Familie gefunden und in die vielleicht zerbrechlichste Form überhaupt übertragen: Bilder von den verwitterten kleinen Portraitfotos der Kinder auf dem Warschauer Friedhof: Wie ein erstickter Schrei, der durch seine Arbeit doch ein Echo in die Gegenwart hat. 

 

Michael Ackerman erhielt den Nadar Award für sein Buch ‘End Time City’ (Delpire, 1999) und 1998 den Infinity Award for Young Photographer des International Center of Photography NYC. Außerdem wurde ihm 2009 der SCAM Roger Pic Award für ‘Departure, Poland’ zugesprochen. 2001 veröffentlichte er sein viel diskutiertes Buch „Fiction“ und zuletzt (2010) „Half Life“ im gleichen Verlag.


Seit 2010 lebt er in Berlin.

 

Ausstellung: 5. September – 24. Oktober 2020

 

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

 

 

Robert Currie: 56260cm of Nylon Monofilament and Acrylics (Family Cafe), 2019, 92 x 58 x 14 cm (Unikat)

ARCHIV

AMBIENT SPACE

Robert Currie

Vernissage: 13. Juni 12 – 20h 

Ausstellung: 13. Juni – 22. August 2020

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

 

VAN DER GRINTEN GALERIE
Gertrudenstr. 29, 1. Stock
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Aus der Kombination von Skulptur, Installation, Malerei und Zeichnung schafft Robert Currie (*1976, GB) plastische Werke, in die Dynamik, Rhythmus, Bewegung, Licht und Raum ineinander fließen.

Damit erkundet er die Möglichkeiten, den Betrachter physisch in das visuelle Erfassen des Bildes miteinzubeziehen. 

Die dreidimensionalen Wandarbeiten bestehen aus gemalten Nylonschnüren, die in Plexiglaskästen hintereinander so angeordnet sind, dass die fotografischen Vorlagen, von denen sie ausgehen räumlich wiedergegeben werden. 

Im Vorbeigehen entsteht ein starkes Flimmern. Dabei muss der Betrachter einen Standpunkt suchen, um die Darstellung in ihrer Ganzheit und das Motiv in seiner fotografischen Präsenz erfassen zu können.

 

Vernissage: 13. Juni 12 – 20h 

Ausstellung: 13. Juni – 22. August 2020

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

 

 

Peter Nikolaus Heikenwälder: MS004, 2011, Ölfarbe auf Nessel, 30x24cm

ARCHIV

Malerei

Peter Nikolaus Heikenwälder

Ausstellung: 8. Februar – 4. April 2020

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

 

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