05 GALERIE VAN DER GRINTEN

 

 

 

AKTUELL

Roy Mordeschay: The streaming duck, 2020, watercolor-coffee-acrylic-and-oil-on-canvas, 141x191 cm

AKTUELL

Triangle Bubbles

Roy Mordechay

Ausstellung: 27.3. – 30. Mai 2026 

Eröffnung: Donnerstag, 26. März 2026, 18h - 21h

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

VAN DER GRINTEN GALERIE
Gertrudenstr. 29, 1. Stock
50667 Köln

+49-221-29 85 91 75
art@vandergrintengalerie.com
www.vandergrintengalerie.com 

Triangle Bubbles

Nach mehreren Kooperationen mit Roy Mordechay im Rahmen von Gruppenausstellungen in unserer Galerie und einer Messe in Paris, freuen wir uns, ihm jetzt eine Einzelausstellung in der Van der Grinten Galerie zu widmen. Diese Ausstellung wird zugleich die letzte Präsentation in der Gertrudenstraße sein, denn unser 10jähriger Mietvertrag endet nun im Juni 2026 und wir werden den Standort wechseln.

In dieser neuen Ausstellung verschränkt Roy Mordechay seine Bilderwelt mit dem physischen Raum, deren Struktur an eine häusliche Dreizimmerwohnung erinnert.Die Ausstellung entfaltet sich in drei Serien von Gemälden, die zwischen 2022 und 2026 entstanden sind. Jede Serie erzeugt ihr eigenes gedankliches Bildfeld – durch Farbe und Form ebenso wie durch Linie und Figuration – vergleichbar mit einem musikalischen Trio, in dem unterschiedliche Stimmen miteinander in Resonanz treten, sich überlagern und aufeinander reagieren.

Die Bilder von Mordechay sind wie Fragmente aus Träumen, eine Ansammlung rätselhafter Elemente, deren Schlüssel man zu erkennen und verstehen versucht und deren Geschichte und Bedeutung man, oft vergeblich, rekonstruieren möchte. Wie der Titel der Ausstellung selbst, Triangle Bubbles, sind auch die Titel der Gemälde von Mordechay poetisch und evokativ. Sie regen Assoziationen und innere Bilder an und unterstreichen den mehrdeutigen Charakter der Arbeiten.

Ähnlich wie bei den geheimnisvollen Bildern von Wassily Kandinsky, Joan Miró oder Marc Chagall sind Mordechays Kompositionen Projektionsflächen für vielfältige Deutungen. Eigenschaften von Zeichnung und Malerei treffen sich auf der Leinwand, deren raue, textile Struktur einen Hintergrund aus Farbverläufen in zarten Aquarelltönen trägt und an eine leuchtende Bildschirmfläche erinnert. Die gemalten Elemente sind mal transparent, mal opak, mal figurativ, mal abstrakt; sie sind teils Fragmente, stark voneinander getrennt, teils gehen sie ineinander über.

Keinem einheitlichen Maßstab und keiner Perspektivregel folgend, schweben Formen, Figuren, Zeichen und Symbole wie ein komplexes Alphabet über die gesamte Bildfläche auf verschiedenen Ebenen des Bildraums. Ganz nah, fast reliefartig, wirken jene Motive in kräftigen, gesättigten Farben (wie die kleinen weißen Wolken oder das orangene Neon in An Archive Dream, 2024), als würden sie aus der Leinwand hervortreten. Andere wirken wie Schatten, transparente Silhouetten, die in den Hintergrund zurücktreten und mit ihm verschmelzen. Braune Tuscheflecken breiten sich innerhalb der Formen aus, bilden Sterne, werden zu einem Auge oder verleihen den flüchtigen Figuren eine größere Lebhaftigkeit (wie in Hide and Seek, 2025). Über den gemalten Silhouetten oder in den leeren Zwischenräumen finden sich hier und da Kritzeleien aus schwarzen oder braunen Linien. Einige sind kleine figurative Zeichnungen von gut erkennbaren Motiven – ein Gesicht, ein Körper, Figuren, die wie feine Tattoos auf manchen bräunlichen, hautähnlichen Flächen erscheinen (wie in The Secret, 2025); Andere erinnern an Graffiti, Striche, abstrakte Zeichen oder – wie Mordechay es nennt – an „den Körper als Skizzenbuch“.

Diese Vielzahl von Zeichen und Motiven erinnert an die Flut der visuellen Informationen, die uns täglich zwischen Bildschirmen, Medien und urbaner Beschilderung begegnen. Zugleich spiegeln sie auch den Reichtum überlieferter Bilder und Referenzen wider, die aus der Geschichte der Menschheit und ihrer Kultur hervorgegangen sind und aus denen Mordechay seine Inspiration schöpft.
Einige der ausgestellten Gemälde wirken etwas weniger komplex und dadurch leichter lesbar, da sie in der Regel nur ein einziges Hauptelement zeigen, eine mit dicken schwarzen Linien gezeichnete Figur auf pastellfarbenem Hintergrund, häufig begleitet von zwei oder drei klar definierten farbigen Elementen (Hold on, 2025). Die unregelmäßige, beinah zittrige Zeichnung könnte ebenso gut mit dem Finger auf einem Bildschirm gezogen worden sein, während die Stilisierung der Figuren ihnen eine starke Präsenz verleiht. Die Schatten, die die schwarze Linie auf die Leinwand wirft, erzeugen zudem die Illusion von Dreidimensionalität und von einem Schweben der Formen.

Bei der Betrachtung von Roy Mordechay’s Bildern möchte man lesen, erkennen, verbinden, verstehen, was all diese Hinweise, diese kleinen und großen Gesichter, diese Schatten, Farben, Inschriften, diese Motive und Symbole bedeuten. Man sucht nach einem Sinn, nach einer Logik, nach einer Interpretation. Doch alles schwebt, ist frei, alle Bedeutungen sind möglich und alle Geschichten.

Ausstellung: 27.3. – 30. Mai 2026 

Eröffnung: Donnerstag, 26. März 2026, 18h - 21h

ARCHIV

Ausstellungsansicht

ARCHIV

PArt Foundation in der Van der Grinten Galerie

Werke von Stefan Balkenhol, Thorsten Brinkmann, Katharina Grosse, Leiko Ikemura, William Kentridge, Karin Kneffel, Stefan Marx, Ugo Rondinone, Thomas Schütte, Michaeö Wesely

 

Ausstellung: 6.2. – 21. März 2026 

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

VAN DER GRINTEN GALERIE
Gertrudenstr. 29, 1. Stock
50667 Köln

+49-221-29 85 91 75
art@vandergrintengalerie.com
www.vandergrintengalerie.com 

PArt Foundation in der Van der Grinten Galerie

Wir freuen uns besonders, zu Beginn des Jahres 2026 die PArt Foundation aus Hamburg in der Van der Grinten Galerie zu Gast zu haben. Für unsere schönen Kölner Galerieräume haben wir in gemeinsamer kuratorischer Arbeit mit Rene S. Spiegelberger, dem Gründer der Stiftung, eine repräsentative Auswahl von Werken namhafter GegenwartskünstlerInnen zusammengestellt. Die ausgestellten Objekte, Skulpturen, Handzeichnungen, Fotografien und Drucke wurden im Laufe der  letzten Jahre exklusiv für PArt Editions realisiert, eine Struktur, die die Stiftung flankiert und ihr unter anderem ermöglicht, junge Talente bei Ausstellungen und Publikationen zu unterstützen und die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst durch die Bereitstellung von Unterrichtsmaterial an mehr als 160 Schulen kostenlos  anzubieten.

Zum ersten Mal werden diese Werke in einem Galeriekontext zusammen gezeigt, so dass die BesucherInnen wie in einer privaten Sammlungspräsentation von einer künstlerischen Positionen zur nächsten spazieren können, und unterschiedliche ästhetische wie inhaltliche Ansätze entdecken können. Anregung, Überraschung, Verzückung und Reflexion sollten diesen kleinen Parcours begleiten. Mit dieser vielfältigen und außergewöhnlichen Auswahl bietet die Ausstellung eine wunderbare Möglichkeit, repräsentative Originalwerke, die für das Schaffen international anerkannter Künstler-Innen beispielhaft sind, nicht nur zu entdecken und zu bewundern, sondern auch zu attraktiven Preisen zu erwerben. Es erwarten Sie Werke folgender Künstlerinnen und Künstler … 

 

ARCHIV

Elger Esser (*1967)

„Capbreton“ 2025

Dry Inkauf versilberte Kupferplatte

60 x 80 cm

opper plate, 265 x 34 x 4 cm, Ed. 3

ARCHIV

Couleur sur Couleur

Elger Esser

Finissage zum K1 Galerien-Rundgang in Köln am 25. Januar 11 – 16h

Ausstellung: 7. November 2025 bis 17. Januar 2026 
 

Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.

VAN DER GRINTEN GALERIE
Gertrudenstr. 29, 1. Stock
50667 Köln

+49-221-29 85 91 75
art@vandergrintengalerie.com
www.vandergrintengalerie.com 

Couleur sur Couleur

In der vierten Einzelausstellung von Elger Esser in der Van der Grinten Galerie präsentiert der Künstler zwölf bisher noch nie gezeigte Werke, die zwischen 2024 und 2025 entstanden sind und die Weiterentwicklung seines charakteristischen Bilduniversums fortsetzen; ein Universum, in dem ein seltsames Gefühl der Zeitlosigkeit herrscht, das den Betrachter wie in einem Traum oder vagen Erinnerungen in seinen Bann zieht.

Elger Essers Werk oszilliert stets zwischen Fotografie und Malerei, enthält und evoziert dabei so viele Referenzen, dass es sinnvoll erscheint, einige Schlüsselelemente zusammenzufassen, um die wunderbare Ausstellung Couleur sur Couleur in den Kontext seiner inzwischen drei Jahrzehnte währenden künstlerischen Arbeit zu stellen.

Seit Mitte der 1990er Jahre entwickelt Elger Esser ein fotografisches Werk, in dem das Thema Landschaft von einem konzeptuellen Ansatz und einer poetischen Sensibilität getragen wird. Intensiv beschäftigt ihn eine jedoch grundlegende und viel umfassendere Frage, die sich durch die gesamte Kunstgeschichte zieht: Die der Erfindung eines Bildes, dessen Ausdruckskraft so stark ist, dass es trotz aller Zeitlichkeit eine wesentliche Dimension im Kern der menschlichen Wahrnehmung und Empfindung berührt. „So wie es ein kollektives Gedächtnis gibt, gibt es vielleicht eine Bildwahrnehmung, die eine Allgemeingültigkeit hat“, so seine Worte.

Um seine künstlerischen Gedanken zu bereichern, erkundet Elger Esser nicht nur die Möglichkeiten, die ihm das Medium Fotografie und dessen Geschichte bieten, sondern auch alle Bereiche der Malerei. So befasst er sich mit dem bildnerischen Erbe bedeutender Künstler der Vergangenheit, seien es nun Canaletto, Caspar David Friedrich, William Turner oder auch Claude Monet oder Gustave Le Gray, große Modernisten der Malerei und der Fotografie des 19. Jahrhunderts. Esser lässt sich auch von einer anderen Kategorie großer „Bildschöpfer” inspirieren, der nämlich der Schriftsteller, darunter Flaubert, Proust oder, aus jüngerer Zeit, Julien Gracq… diejenigen, die es verstehen, durch Worte Emotionen, Formen, Farben und Empfindungen im Geist (im geistigen Auge) des Lesers zu wecken.

Darüber hinaus verbindet der Künstler sein Wissen und die Beherrschung alter Techniken (Aufnahmen mit der Fachkamera, Heliogravur, Kolorierung von Schwarz-Weiß-Vorlagen) mit den neuesten digitalen Technologien – digitale Aufnahme, künstliche Intelligenz und sogar noch nie dagewesene Verfahren. In der Tat brachte ihn das Spiel mit Kombinationen und Verbindungen zwischen Fotografie und Malerei sowohl inhaltlich als auch formal dazu, ein einzigartiges Verfahren zu entwickeln: den Dry Ink Druck von Fotografie auf versilberte Kupferplatte, die – wie bei Gemälde durch den Firnis – mit einer feinen Schellack Schicht versiegelt werden. Diese Technik, mit deren Realisierung er sich lange beschäftigt hat, ist erst seit etwa zehn Jahren möglich und verwischt die Grenzen zwischen den verschiedenen Medien, wodurch diese zueinander vollkommen fließend werden ebenso wie jegliche zeitliche Zuordnung.

Aber unter den zum ersten Mal in der Van der Grinten Galerie präsentierten Werken, verwirren manche den Betrachter jetzt noch mehr. Denn nun nutzt Elger Esser Pinsel und Ölfarbe, um die Wirkung der fotografierten und auf Metall gedruckten Landschaften zu betonen. So fügt er ihnen eine Dimension hinzu, die sie noch taktiler, sinnlicher und irrealer macht. Die Ansichten und Landschaften, die bereits durch ihren unwirklichen Charakter und ihre schwer fassbare Bildhaftigkeit fesselnd sind, werden zu hybriden, magischen Gemälden.

Neben den Meeresansichten und bewölkten Himmeln in zarten Aquarellfarben oder in einer Atmosphäre, die an Mondauf- oder -untergänge von unwirklicher Subtilität erinnert wie bei C.D. Friedrich, zeigt uns Esser hier auch Burgruinen oder einfach verlassene Schlösser und verwilderte Terrassengärten: die Tour de Merle, die Folie Siffait am Ufer der Loire, das Schloss Bagatelle im Bois de Vincennes in Paris… An diesen alten Orten fängt er den Kontrast zwischen der stillen, feuchten Dunkelheit der Innenräume und den Ausblicken durch Spiegel, offene Fenster oder Türen auf leuchtende Außenbereiche ein. Sinnbilder der Innen- und Außenwelt vielleicht. Manchmal nur alte Mauerreste in einem verwilderten Stück Garten, ein dunkler Treppenaufgang mit abgenutzten Stufen, die verblassten luxuriösen Dekorationen eines einst prächtigen Festsaals,… – der Künstler macht die unsichtbare Essenz des Vergangenen sichtbar.

Weder die Wahl der Motive noch die äußerst präzisen Kompositionen noch die ineinander übergehenden Ocker- und Grüntöne, denen der Künstler fast unmerklich geschickte Farbakzente hinzufügt, sind zufällig. Indem sie ein tief in unserem Bildgedächtnis verborgenes Gefühl wecken, das von Geschichten aus der Vergangenheit und Besuchen geheimnisvoller historischer Orte genährt wird, entfalten die Werke von Elger Esser eine suggestive Kraft, der man sich unmöglich entziehen kann und möchte.

Ausstellung: 7. November 2025 bis 17. Januar 2026 
Mi–Fr von 11–18h / Sa von 12–18h u.n.V.