04 GALERIE BIESENBACH

AKTUELL (NEUE ADRESSE)

 

Moritz Moll: Haring, 2024, Öl, Acryl und Sprühfarbe auf Leinwand, 80 x 65 cm

AKTUELL

Come Outside to Play

Moritz Moll

Ausstellung: 15.3. – 1.6.2024 

Vernissage in unseren neuen Räumen in der Lindenstraße 34 ​​​​​​

Mi–Fr von 12–18h / Sa von 12–16h u.n.V.

GALERIE BIESENBACH
Lindenstraße 34
50674 Köln

+49-174-490 96 35
+49-173-266 55 56
art@galerie-biesenbach.com
www.galerie-biesenbach.de

Come Outside to Play

Moritz Moll (*1991) schloss 2021 sein Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München (AdBK) ab. Seine Werke wurden bereits in mehreren Ausstellungen in Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien, der Schweiz und den Niederlanden gezeigt.

In seinen Bildern erkundet Moritz Moll die Zwischenräume des Alltags, intime Momente des Unbeobachtetseins, des Abdriftens, der Konzentration.

Durch die Verwendung von Öl-, Acryl- und Sprühfarben auf Leinwand fängt der Künstler die Intimität des Alltäglichen ein. Seine Werke entführen den Betrachter in ruhige und doch lebendige Tagträume. Durch die Gegenüberstellung von neutralem Raum und feinen Linien balanciert Moll seine Motive zwischen Bewusstsein und Traumzustand. Der Betrachter kann so die Räume des Alltäglichen erkunden, Momente, in denen man unbeobachtet ist und sich treiben lässt.

Das Werk des Künstlers zeichnet sich durch eine sowohl sensible als auch intensive, oft überraschende Farbpalette aus, und seine Themen werden durch Schichten und Texturen zum Leben erweckt, begleitet von skizzenhaften Pinselstrichen, die in schnellen und lockeren Bewegungen aufgetragen werden. Moritz Moll untersucht sowohl die Form als auch das Material seiner Motive durch ein Spiel mit Zwei- und Dreidimensionalität und schickt den Betrachter auf eine visuelle Reise.

Ausstellung: 15.3. – 1.6.2024 

Neue Adresse! ​​​​​​

Mi–Fr von 12–18h / Sa von 12–16h u.n.V.

GALERIE BIESENBACH
Lindenstraße 34
50674 Köln

Di–Fr von 12–18h / Sa von 12–16h u.n.V.

ARCHIV (ALTE ADRESSE)

Árpád Forgó: Black Star, 2020, Acryl auf geformter Leinwand, 88 x 77 x 4 cm

01_José Gomes: Symbiose (Edition 1-15), 2023, Fototransfer, Bleistift und Tusche auf Papier, je 29,7 x 21 cm

Beate Höing:

Patrizia Kränzlein: 

Ji Eun Lee: Ausgehöhlte Struktur 10, 2021
Lindenholz geschnitzt, gebeizt und geölt
20,2 x 15,2 x 6,3 cm

Catherine Seher: sans titre 6, 2023, Collage und Mischtechnik auf Papier, 29 x 18 cm

Austin Turley: Variant 5, 2022, im Ofen geformtes, kalt bearbeitetes Glas, 18 x 13 x 2 cm

Douglas Witmer: untitled 8, 2017, Acryl auf Papier, acrylic on paper, 19 x 14 cm

Hideaki Yamanobe: Ton 3638-7, 2015, Acryl auf Baumwollnessel, 38 x 36 cm

ARCHIV

unbunt

Árpád Forgó, José Gomes, Beate Höing, Patrizia Kränzlein, Ji Eun Lee, Catherine Seher, Austin Turley, Douglas Witmer, Hidaki Yamanobe

Ausstellung: 28.1. – 9.3.2024 

Vernissage zum K1 Rundgang: Sonntag, 28. Januar von 11 bis 16h ​​​​​​

GALERIE BIESENBACH
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unbunt

Schwarz. Weiß. Und dazwischen.

Árpád Forgó (*1972 in Ungarn)

Der in Budapest lebende Künstler steht klar in der Tradition der Konkreten Kunst, erweitert diese aber mit einem spielerischem Ansatz und Experimentierfreude. Forgó (er-)findet Bilder, deren Leuchtkraft und Farbintensität uns herrlich sinnliche Reize bieten. Er verführt den Betrachter, genau hinzuschauen und zu überprüfen, ob er seinen Augen trauen kann. Der subtile Farbverlauf auf einer Leinwand zum Beispiel entsteht durch die Wölbung einer leicht dreidimensional gespannten Leinwand. Hier lotet der Künstler die Grenze zwischen „shaped canvas“ und objekthaftem Bildkörper aus. Doch bleiben seine Werke stets Bild und hinterfragen dieses nicht. Die Farben, die der Künstler verwendet, strahlen. 

José Gomes  (*1968 in Brasilien, lebt und arbeitet in Köln) 

„Schöpfung und Zerstörung, Leben und Tod – in diesem Spannungsfeld bewegen sich die Zeichnungen von José Gomes. Mit deutlichem Bezug zur brasilianischen Natur und Kultur wirken seine Papierarbeiten zum Teil wie Collagen, die eine starke Bildtiefe entwickeln. Gomes‘ Recherchen für seine Zeichnungen schließen auch das Studium von Drohnenbildern der brasilianischen Urwälder mit ein, die genau nachvollziehbar machen, wie diese wichtigen Lebensräume zerstört werden. Diese Erkenntnisse genauso wie die Auseinandersetzung mit der brasilianischen Kunstgeschichte und Kunsthandwerk fließen in Gomes‘ filigrane Zeichnungen ein, bei denen das Figurative oft von abstrakten Elementen gebrochen wird und dadurch eine ganz eigene Geschichte erzählt.“

Dr. Carla Cugini | Geschäftsführerin der Gesellschaft für Moderne Kunst Museum Ludwig

Beate Höing (*1966 in Coesfeld)

Jutta Meyer zu Riemsloh M.A. über das Werk von Beate Höing:

Inspiriert von Ornamenten und Stofflichkeit als kulturhistorische Bestandteile der Volkskunst, von Märchen und Mythen sowie Traditionen und Ritualen, erscheinen diese Einflüsse im Werk der Malerin und Keramik-Bildhauerin Beate Höing in einer ganz eigenständigen Ikonografie. Tatsächlich Vorhandenes, Assoziiertes und Erinnertes fügt sich in einem ambivalenten Spiel aus Realität und Fiktion zusammen, in welchem Traum und Albtraum, Entspannung und Erschrecken dicht beieinander liegen. Inhalte, Materialität und Form sind untrennbar miteinander verbunden. Die Ölgemälde, Keramik-Skulpturen  und Installationen der Künstlerin vermitteln zudem eine Begeisterung für die Schönheit, Zartheit und Ästhetik der Dinge sowie die Lust am Spiel mit den gestalterischen Möglichkeiten.

Patrizia Kränzlein (*1987 in Stuttgart)

Künstlerstatement: Patrizia Kränzleins Zeichnungen, eine Kombination aus Graphit und Linolfarbe auf Papier, sind meist auf Schwarz-, Weiß- und Grauwerte reduziert. Bei der Herstellung wird die Farbe mit einer Walze direkt auf das Papier aufgetragen, somit fungiert die Walze als Zeicheninstrument.

Die Arbeiten werden aus variablen geometrischen Grundformen entwickelt und segmental in die Bildfläche integriert. Sie zeigen Bildräume, die durch Linien, Flächen, Schattierungen und Tiefenräume konfiguriert werden. Dabei sucht die Künstlerin stets den Weg in die Tiefe, mit einem Anspruch nach dem Gültigen, hin zum Wesentlichen.

Ji Eun Lee

Künstlerstatement: Ich bin im Jahr 1984 in Seoul, Südkorea geboren. Ich habe im Jahr 2009 mein erstes Studium in Südkorea absolviert und mich danach für ein Auslandsstudium in Deutschland entschieden, um meine Perspektiven zu erweitern. Die lange Geschichte der europäischen Kunst ist für mich sehr faszinierend. Auch die Stärke der zeitgenössischen deutschen Kunst wollte ich direkt vor Ort erfahren. Außerdem hoffte ich, mir anhand andersartiger Erfahrungen in Deutschland einen neuen Blick auf meine bisherige Denkweisen zu eröffnen. So bin ich 2010 in Deutschland angekommen.

Catherine Seher (*1958 in Paris)

Die französische Malerin Catherine Seher (lebt und arbeitet in Paris) fängt eindrucksvolle Ansichten ein, die oft Figuren in verschiedenen Landschaften zeigen, und beschwört in ihrem Werk ein starkes Gefühl der Anonymität und Isolation herauf.

Indem sie die Essenz einer bestimmten Umgebung einfängt, aus ihr aber alle Bedeutungselemente herauszieht, reduziert Seher sowohl die Kunst der Landschaft als auch der Figur auf ihr eigentliches Element und zwingt den Betrachter ihres Werkes, die Mechanik zu berücksichtigen, durch die jede Komponente des Werkes entsteht. Das Ergebnis ist ein Gesamtwerk, das die Universalität der Kunst selbst anzapft, eine anonyme Figur oder Ansicht nach der anderen.

Austin Turley (*1977 in USA)

Künstlerstatement: Spontaneität, Improvisation und Techniken des Bricoleurs sind das Ergebnis scharfer Beobachtungen, die dazu führen können, im Unerwarteten Relevanz zu finden. Ich glaube, dass meine Art der Herstellung parallel zu der des Bricoleurs verläuft und die Vorstellung erforscht, dass Wissenschaft und mystisches Denken gleichwertige Ansätze zum Verständnis der Welt um uns herum sind. Ich interessiere mich für den transformativen Charakter von Objekten, die sich im Laufe der Zeit entwickeln, erodieren und verändern. Während ich weiterhin lerne und mit der Komplexität von im Ofen geformtem Glas experimentiere, dreht sich mein Fokus und meine Forschung um die Sprache des Mediums selbst, wie es sich verhält, seine Merkmale und seine Eigenschaften. 

Douglas Witmer (*1971 in USA)

Seit über zwei Jahrzehnten erkundet Douglas Witmer kontinuierlich und subjektiv die Materialität des gemalten Objektes und verfeinert dabei schrittweise seine Arbeit im Rahmen der reduktiven abstrakten Malerei. Seine elementaren kompositorischen Strukturen werden durch sinnliche Farben und vielfältig improvisierte gestische und zufällige Handlungen aktiviert. Sein nachhaltiges Interesse besteht darin, einen visuellen Ort zu schaffen, der in offener Weise zu persönlichen Seh- und Empfindungserfahrungen einlädt.

Douglas Witmer hinterfragt die Wahrnehmung in Bezug auf das Verhältnis und die Verbindung des Betrachters zur Kunst und wird getrieben von der Erfahrung der Kunst selbst. Mit der Betonung von Elementen wie Materialität und Kommerzialisierung wirft Witmer in seinem dynamischen Werk wesentliche Fragen auf, die wertvolle Gespräche mit seinem Publikum anstoßen können. Auf diese Weise belebt Witmer sein Werk und macht es zu einem Thema für die zeitgenössische Generation.

Hideaki Yamanobe (*1964 in Yapan)

Die Fülle der Leere. Anmerkungen zu den Gemälden von Hideaki Yamanobe
von Peter Lodermeyer: Yamanobe legt großen Wert auf die Ambivalenz der Assoziationen, die seine Bilder auslösen. Das gilt auch für die Ritzungen, die einen großen Teil seiner Gemälde kennzeichnen. Sie können einerseits als Aggression, als Verletzung des Bildkörpers wahrgenommen werden, andererseits – wiederum eher bei größerer Distanz zum Bild – als Andeutungen von Regen oder an Fensterscheiben herab rinnenden Wassertropfen. Für das Erzeugen der Ritzlinien hat Yamanobe übrigens ein typisch japanisches Instrument gefunden: Nachdem er bemerkte, dass Stahlkämme und ähnliche Werkzeuge ein zu starres, mechanisch wirkendes Linienbild erzeugen, wechselte er zu den Gestängen traditioneller Blattfächer (Uchiwa), von denen er das Papier entfernte. Mit Hilfe der radial ausstrahlenden, äußerst biegsamen und unterschiedlich langen Bambusstäbchen gelingt es ihm, ein lebendiges, nie völlig vorhersehbares Linienbild mit zahlreichen Überkreuzungen und variabler Breite der Ritzungen zu erzielen.

Selbst auf der Mikroebene des Farbauftrags und des Pinselduktus zeigt sich die Doppelwertigkeit der assoziativen Qualitäten von Yamanobes Malerei. Ganz typisch für seine Bilder sind gleichsam wellenartige Strukturen in den Weißschichten, die in ihrer unterschiedlichen Intensität Assoziationen wie etwa Schlangenhaut, Gänsegefieder oder Verwehungen von leichtem Pulverschnee (wieder „warme“ und „kalte“ Anmutungen) hervorrufen können. Erzeugt werden diese Strukturen durch einen immer wieder stockenden, „stotternden“ Auftrag von weißer Texturpaste, die mit einem Flachpinsel auf die schwarze Untermalung aufgetragen wird.